14. April 2026

Erasmus+ Wien ist immer eine Reise wert!

Tag 1 — Mo, 23.02.26: Anreise, Stephansdom und Gasometer

Die Zugfahrt verlief erstaunlich reibungslos — ein seltener Glücksfall mit der Deutschen Bahn, der sofort für gute Laune sorgte. Nach dem Zimmerbezug im Hotel ging es am Nachmittag zum Stephansdom; die 343 Stufen nach oben wurden tapfer erklommen und mit einem weiten Blick über Wien belohnt.

Später führte ein gemütlicher Spaziergang von der Hofburg über das Museumsquartier zurück Richtung U‑Bahn; die Innenstadt zeigte sich von ihrer besten Seite. Den Abend verbrachten wir im Gasometer bei Billard und Dart — und auf dem Heimweg wurden 10 € von einem Zigarettenautomaten beschlagnahmt.

Tag 2 — Di, 24.02.26: Loxone, Zuckerlwerkstatt, Spittelau, HTL Wien

Der Tag begann geteilt: Eine Hälfte der Gruppe erhielt bei Loxone Einblicke in Smart-Home‑Produkte und Softwareintegration; besonders beeindruckend war die adaptive Werbepräsentation, bei der sich der Raum passend zur Show veränderte. Die andere Hälfte erkundete die Kapuzinergruft (siehe Tag 7).

Nachmittags trafen sich alle wieder zur Führung in der Müllverbrennungsanlage Spittelau: Kuriose Funde (Auto, halbe Kuh) sorgten für Gelächter, gleichzeitig wurde klar, wie wichtig die Anlage für Fernwärme, Fernkälte und Strom in Wien ist. Den Abschluss bildete ein praxisnaher Rundgang durch die Werkstätten der HTL Wien — Schweißerei, Drehen, Fräsen, Elektroinstallation und Programmierwerkstatt weckten berufliche Neugier.

Tag 3 — Mi, 25.02.26: Katakomben, Time Travel, Hofjagd- und Rüstkammer, HTL West, Votivkirche

Morgens führte die Gruppe in die Katakomben des Stephansdoms: vorbei an historischen Grabstätten, kupfernen Reliquien und Massengräbern — ein ernster, eindrücklicher Start in den Tag. Beim Time Travel tauchten wir multimedial in Wiens Geschichte ein; 5D‑Kino, VR‑Brillen und sprechende Figuren lieferten eine bunte Mischung, deren Qualität teils kontrovers diskutiert wurde.

Da die Schatzkammer geschlossen war, standen stattdessen Hofjagd- und Rüstkammer und Teile des Weltmuseums auf dem Programm — eine Zeitreise durch Kontinente und Epochen. Abends informierte die HTL West über das Schulsystem und Ausbildungsinhalte; der Tag endete mit einer beeindruckenden Lichtshow in der Votivkirche — bei eisiger Kälte, aber großer Begeisterung. Nebenbei fielen in der HTL und der Kirche Mängel an elektrischen Installationen auf, was für die Technikinteressierten sofort zum Gesprächsthema wurde.

Tag 4 — Do, 26.02.26: Rathaus, Kaserne und Saloon

Um am Tagesanbruch die Klasse aufzuwecken, sorgte Herr Bauer für ein Hupen mithilfe eines Zebrastreifens, einer roten Fußgängerampel und eines abbremsenden Autos. Am Rathaus (Palast der Bürger) gab es Anekdoten zu Paternoster, Traumhochzeiten und den prunkvollen Objekten, die bei einem Raub eher Probleme als Gewinne bereiten würden. Kristalllüster sind schwerer als gedacht und die bewaffnete Feuerwehr hat auch eher abgeschreckt.

Anschließend bot eine Kaserne für Übertragungs‑ und Funktechnik Einblicke in militärische Ausbildung, Technikentwicklung und die Herausforderungen der Rekrutierung. Die Kantine wurde für eine taktische Pause beansprucht. Den Abend verbrachten wir im Saloon Donau Zentrum mit Live‑Musik und gutem Essen — die perfekte Mischung aus Kultur und Entspannung.

Tag 5 — Fr, 27.02.26: Parlament und Schlumberger Kellerwelten

Im Parlament gab es eine kompakte Einführung in das Zwei‑Kammern‑System, die Geschichte des Hauses und die Kunst, die in ihr steckt. Später am Tag weckte die Andenkenhalle historisches Interesse; die Belagerungshaubitze zog die Schüler besonders in ihren Bann. Abends wurden wir durch die Schlumberger Kellerwelten geführt: Geschichte der Sektproduktion, händische Rüttelung und eine kleine Sektverkostung rundeten den Tag ab.

Tag 6 — Mo, 02.03.26: Haus des Meeres, Retro Gaming Museum, Kaiserliche Schatzkammer

Der ehemalige Flakturm Haus des Meeres bot eine überraschende Vielfalt: von Quallen über Echsen bis hin zu kleinen Haien — Biologie und Geschichte in einem ungewöhnlichen Setting. Danach durften die Gaming‑Talente im Retro Gaming Museum glänzen. Den kulturellen Abschluss bildete die kaiserliche Schatzkammer, wobei die Reichskrone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation für die meisten das Highlight war.

Tag 7 — Di, 03.03.26: Kapuzinergruft, Zuckerlwerkstatt, HTL‑Versuche

Beim Besuch in der Kapuzinergruft betrachtete man die Särge des Hochadels und staunte über die historischen Veränderungen. Maria Theresia, Franz und Sisi standen im Fokus, dazu sorgte Leopold‑Salvator mit seinem Dörrfleisch-Skandal für Gesprächsstoff. Für eine Aufmunterung des Gemüts besuchten wir dann die Zuckerlwerkstatt. Am Abend zeigten HTL‑Schüler Experimente (elektrolytisches Verzinken, Knallgas, Batterieversuche).

Tag 8 — Mi, 04.03.26: Laufwasserkraftwerk Freudenau, Prater

Die Führung im Laufwasserkraftwerk Freudenau vermittelte Grundlagen zu Hochwasserschutz, Turbinenbau und Investitionsentscheidungen in der Energiewirtschaft; technische Details und die Montage von Turbine und Generator wurden anschaulich erklärt. Danach stand Freizeit im Prater auf dem Plan: Fahrgeschäfte und gemeinsames Essen im Restaurant “zum Englischen Reiter”— die Ripperl‑Portionen waren so groß, dass selbst die größten Esser ins Schwitzen kamen. Mit Teamarbeit konnten wir uns aber behaupten.

Tag 9 — Do, 05.03.26: Technisches Museum, Blitzvorführung, Ottakringer Brauerei

Im Technischen Museum legte man Wert auf Klimawandel, Bewegung und praktische Physik: von Gelenken über Gleichgewicht bis zum Rollstuhlfahrsimulator. Die Hochspannungsvorführung mit Van‑de‑Graaff‑Generator und Teslatransformatoren überzeugte sehr — Blitze zum Anfassen und als Musik begeisterten die Klasse. In den oberen Bereichen zum eigenen Erkunden rückten praktische Anwendungsbeispiele wie Mobilität und Materialkunde in den Vordergrund. Zum Ausklingen der Erasmusfahrt wurde an einer Führung der Ottakringer Brauerei teilgenommen. Zuerst wurden Geschichte und Zutaten erläutert. Dann ging es mit der Herstellung über Sudhaus, Gärkeller und Filter los. Prinzipien der Besteuerung und Fehlerausbesserung beim Brauvorgangs brachten für die Gruppe weitere neuer und interessante Einblicke. Die abschließende Verköstigung sorgte wie erwartet für heitere Stimmung.

Tag 10 — Fr, 06.03.26: Heimreise

Rückfahrt per Zug mit typischen Verspätungen, die das Gefühl von „Heimat“ wiederherstellten.

TKE 1